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Erster mit Stil – doch nur bis kurz vors Ziel …

Doch nun erstmal vorn: Plön lädt zur Landesmeisterschaft über die Mittelstrecke von 3km und Sprintrennen über 200m. Gut gelaunt und motoviert treffen sich die WAKENITZ DRACHEN um 8:30Uhr in Plön. Das Zelt ist schnell aufgebaut, das Stadtfest 100m entfernt unterhält mit Musik. Doch ein Blick auf den See erzeugt bei einigen Teilnehmern leichte Aufregung. Die Segelboote am Kai schwanken, der Wind bläst über den See und die Wellen Türmen sich auf. Erinnerungen an 2024 werden wach. Denn wenn in Plön der Wind steht, dann rollen die Wellen
parallel zur Regattastrecke. Was das bedeuten kann, erlebten die Dräger
Dragons im letzten Jahr, als ihr Boot in den Wellen sank. Somit entschied die Regattaleitung, 16 statt 20 Sportler am Blatt. Dadurch wurden einige Sportler unseres Teams kurzerhand von Teilnehmern zu Fans am Steg. Selbstverständlich wurde kräftig rotiert, damit jeder den wilden Wellenritt erleben konnte.

Ordentlich Wellengang auf der Regattastrecke – eine Herausforderung für alle im Boot

Somit lief unser Boot mit 16 Paddlern aus dem Segelhafen zum ersten 200m-Rennen des Tages aus. Bereits auf dem Weg zum Start spürte jeder, wie das Boot rollte, die Wellen über den Süllrand schwappten. Die Schöpfen kamen bereits nach wenigen Metern zum Einsatz, das Boot soll ja schließlich leicht bleiben. Drei Boote liegen am Start. Oder besser gesagt, driften Richtung Ufer. Der starke Wind erschwert das Einschwimmen, Startkommandos sind kaum zu verstehen. Mehrmals schwammen die Boote neu ein. Aber wir blieben fokussiert. Der Start erfolgt, wir kommen perfekt weg und können uns direkt absetzen. Das Boot schaukelt, egal, Wasser läuft ins Boot, egal. Gischt schlägt ins Gesicht, doch wir halten den Takt. Dann das Signal von hinten, wir sind im Ziel. Mehrere Bootslängen vor unseren Gegnern. Doch die Freude hielt an Land nicht lange: Die Ziellinie wurde falsch eingeschätzt, das Zielkommando kam zu früh. 30m vor dem Ziel stellten wir den Betrieb ein und die Gegner fuhren unbemerkt vorbei. Somit letzter statt erster.

Auf dem Weg zum zweiten Vorlauf – die Wellen rollen …

Um ins A-Finale zu kommen, mussten wir im zweiten Durchgang mindestens zwei Sekunden Vorsprung rausfahren. Schwierig, aber möglich.
Neu formiert liegen wir wieder am Start. Der Wind, noch stärker. Das Signal
erfolgt, die Blätter schießen durchs Wasser. Wobei dieses gar nicht leicht zu
finden ist, so stark wie das Boot wankt. Mehrmals steht das Boot bis zum
Süllrand im Wasser, doch dann. Ein Schwanken zu viel. Unsere Steuerfrau
verliert kurz den Stand. Wir driften sofort ab und touchieren das Boot neben uns. Folge, keine gelungene Aufholjagd, immerhin eine Verbesserung auf Platz vier im Gesamtklassement, B Finale. Doch wir sind ein Team, stehen zusammen, verlieren zusammen und siegen zusammen. Das wir das auch an diesem Tag noch können, konnten wir im B-Finale mit einem souveränen Start-Ziel-Sieg demonstrieren. Somit ein kleines Happyend auf der Kurzstrecke.

Ein Team – alle für einen, einer für alle.

Am Nachmittag erfolgte nach längerer Überlegung die Freigabe zur
Mittelstrecke. Mit unserem gewohnten ½ 20er-Start ging es auf den kleinen
Rundkurs. Zur Rennmitte das Kommando, 2 Mann 2 Schöpfen. Das Boote
musste bei voller Fahrt entleert werden. Dann das Ziel schon vor Augen, völlig durchnässt, aber voll motiviert. Denn als Wassersportler weiß man, Spritzwasser ist auch nur flüssiger Sonnenschein. Und diesen kann man nun direkt als Aufhänger für unseren 3. Platz nehmen. Welcher dem ein oder anderen doch noch ein Strahlen ins Gesicht zauberte. Der Podestplatz sorgte für einen versöhnlichen Abschluss einer stürmischen Regatta.

Diese Feuertaufe haben Rike und Steffen heute großartig gemeistert. Sie durften heute ihren Regattaeinstand feiern. Mit ein paar Bier (danke fürs Sponsern, Steffen) ließen wir den Tag gemeinsam ausklingen. An dieser Stelle, noch einmal herzlich Willkommen bei den WAKENITZ DRACHEN, liebe Rike und lieber Steffen.

Danke, Steffen, für den Einstand und willkommen bei den WAKENITZ DRACHEN!

Ein großes Dankeschön geht an das Team der Capybaras, die erneut – trotz aller Wetterkapriolen – uns allen eine tolle Regatta organisiert haben.

Unser herzlicher Glückwunsch geht an die Sventana Dragons zum Doppel-Erfolg an diesem Tag! Habt Ihr klasse gemacht!

Und unsere Einladung geht an alle Interessierten, die den Drachenbootsport kennenlernen wollen: Kommt einfach mal bei Training vorbei!

Text: Jonas

3 Kommentare Neues Kommentar hinzufügen

  1. Puh, das war ein Ritt. Nicht nur über die Wellen, es war auch ein Ritt der Emotionen. Ja, meine Steuerleistung war eher suboptimal. Äußere Bedingungen hin oder her. Sie hat noch einmal gezeigt, welchen Teil die Steuerleute zum Erfolg – oder auch Misserfolg – eines Rennens beitragen könne. Ich ziehe an dieser Stelle meinen Hut vor allen, die diese Aufgabe annehmen.

    Und ich sage von Herzen DANKE! Danke an alle im Team der WAKENITZ DRACHEN, vor allem aber auch an die zahlreichen Paddelfreunde anderer Teams, die mir an dem Tag so viel Zuspruch und herzliche Umarmungen gegen die Enttäuschung entgegengebracht haben. Auch das ist Drachenbootsport!

  2. Moin, als erstes auch von Mir einen Herzlichen Glückwunsch an alle Teilnehmer und das Orga-Team der Capybaras. Die Drachenbootfamilie steht zusammen, das hat dieses Jahr mal wider gezeigt. Herzlichen Glückwunsch an die Sventanas Dragons zu den beiden ersten Plätzen die hochverdient waren.

    Aus Sicht der WAKENITZ DRACHEN, ein aufregender und nicht ganz perfekter Tag aus sportlicher Sicht für unser Team, sind das Ergebnis des diesjährigen Stadtbuchtfest. Neue, Alte und Zurückkehrer waren gestern dabei und haben unser Team in Plön präsentiert. Ein verunglückter erster Lauf durch ein zu frühes aufhören unseres Teams war der Grund für die erste gefahrene(getriebene) Zeit ins Ziel 🙃. Man fühlte sich ganz vorne im Feld sicher und als Sieger im Ziel, aber leider war dieses noch weit entfernt… Beim zweiten Lauf war das Wetter (Welle) und die Steuerlinie der Boote verantwortlich das wir leider kurz vorm Ziel noch einen Crash erlitten haben und somit auch nicht unsere Top Zeit an diesen Tag fahren konnten. Im kleinen Finale konnten wir dafür sogar die Zeit der Top drei Teams unterbieten, was zeigt was wir eigentlich können. 👍🏻 Auf der Mittelstrecke, war es dann auch ein Rennen gegen die Uhr da die Konkurrenten auf dem Wasser bereits kurz nach dem Start deutlich hinter uns lagen. Leider reichte es jedoch auch hier nur zu Platz drei, da die beiden vor uns liegenden Teams an diesem Tag mit 25 Sekunden Vorsprung besser waren, ob es nun der Vorteil von deren Trainingsrevieren mit wesentlich mehr Welle war, oder wir einfach etwas schlechter waren ist da egal. Als Team und das sind wir, haben wir auch hier einen tollen dritten Platz erreicht. Ich begrüße alle neuen und die Rückkehrer wieder am Paddel bei einem Wettkampf und freue mich auf die nächsten Aufgaben mit Euch zu bewältigen. Gute Erholung an alle. Der FAN – Club verdient ebenfalls einen Riesen Dank, auch das ist Teamplay und zeigt die Mannschaftsstärke der „WAKENITZ DRACHEN“ 🐉 Liebe Grüße Benny

  3. Mein ganz persönlicher Regattamoment…..😃
    Auch für mich war die Regatta in Plön eine Premiere – meine allererste! 🐉
    Die Nacht davor habe ich eher unruhig geschlafen, aber spätestens beim Aufbau unseres Zelts und dem Anziehen der ersten Teamkleidung war klar: Ich bin jetzt mittendrin!
    Als ich den See sah, kam der Respekt. Im Boot war ich aufgeregt – und dann ging’s los. Die Wellen schlugen gegen mein Paddel, der
    Wind war laut, ich hörte die Kommandos kaum, also: Blick nach vorn, Fokus. Mein erstes Rennen – durchgezogen. Was für ein Gefühl!
    Auf der 3000er-Strecke war ich nochmal voll motiviert. Weniger Wellengang, mehr Technik – und ich wollte zeigen, was ich bisher gelernt habe.
    Was mich ebenso begeistert hat, war das ganze Drumherum: Das gemeinsame Aufwärmen, der Schlachtruf (den ich noch üben muss 😉), die Gespräche im Team und natürlich das Abschlussbier in bester Gesellschaft.
    Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Mal!!! 🐲💪
    Liebe Grüße Rike

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