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Long Distance Race auf der Dove-Elbe, oder: Wie viele Kilometer werden es in diesem Jahr?

Bereits im letzten Jahr waren wir zu Gast beim Long Distance Race bei den SVNAquaglider in Hamburg Allermöhe. Auch im letzten Jahr wurde die Strecke mit ca. 12 km ausgeschrieben, tatsächlich waren es über 13 km. Wird es in diesem Jahr wieder so sein? Das war die große Frage.

Doch im Vorwege war einiges zu organisieren:

Zum Ersten:  Ein Boot. Leider waren wir spät dran. Moin und Tschüß und sogar Schwarz und Weiss von unseren Freunden vom Schachclub Schwarz Weiß waren schon vermietet. Auch der Veranstalter konnte kein Boot für uns organisieren. Also, wie kommt unser Schiff nach HH zur Regattastrecke ohne eigenen Trailer? Vielen Dank an das Lübecker Drachenbootteam Lucky Punch. Sie haben uns ihren frisch getüvten Trailer für den Transport zur Verfügung gestellt.

Zum Zweiten: Ausreichend Paddler. Bereits zu Beginn des Jahres haben sich die Paddler für das Rennen in die über alles geliebte Doodle-Liste eingetragen. Doch was ist, wenn die für den einen oder anderen gesperrt ist, oder es mit dem Ein- und Austragen nicht so genau genommen wird? Tja, da muss man durch. Und was ist, wenn kurzfristig noch angemeldete Paddler absagen, weil Trainingsrückstand besteht oder eine Erkältung den Einsatz unmöglich macht? Tja, auch das und vieles andere ist dann so. Man kann dann bei anderen Teams nach Verstärkung fragen, aber auch das half uns nicht. So war es bis zur Ankunft in HH fraglich: Werden genug Paddler dabei sein?

18 Paddler, ein Steuermann, eine Trommlerin. Nicht optimal, aber wir waren schon weniger

Zum Dritten: Eine Aufstellung. Das ist gar nicht so einfach, wenn man nicht weiß, wer wirklich dabei ist. Zum Glück hatte das Trainerteam schon eine konkrete Vorstellung und trotzdem musste diese nach Ankunft im HH geändert werden. Es hatten 18 Paddler, ein Steuermann und eine Trommlerin den Weg nach HH gefunden, doch leider gab es plötzlich für die rechte Paddelseite 11 Paddler, für links jedoch nur 7. Was also tun? Wen von der rechten Paddelseite auf die ungeliebte linke Seite setzen? Hier gab es 3 Optionen und nach viel Überzeugungsarbeit erklärten sich Wiebke und Svenja bereit, das Rennen auf der schlechteren linken Paddelseite zu absolvieren. Tja liebes Team: Es zahlt sich eben doch aus, wenn wir im Training auch die ungeliebte andere Seite trainieren! Wiebke und Svenja: Ihr seid meine Helden des Tages! Vielen Dank!

 

Und vielleicht zum Vierten: Das Wetter. Drachenbootsport ist eine Outdoorsportart. Wir gehen bei jedem Wetter aufs Wasser außer bei Gewitter und Orkan. Für den Wettkampftag waren Orkanböen angesagt, doch laut Veranstalter sollte das Wetter bis zum Nachmittag stabil bleiben und das Rennen somit stattfinden können.

 

So war dann alles geklärt, kurze Ansagen vom Trainerteam, Schlachtruf und dann ab ins Boot. Kurzes Einfahren und es ging an den Start. Das Einfahren in die Startaufstellung klappte, trotz extremem Wind, richtig gut. Starter Nico musste nur wenige Anweisungen geben und dann ging es nach schnellem Startkommando auf die Strecke. Mit Startplatz 7 hatten wir einen Platz in der Mitte des Startfeldes neben den OSPA Dragons und dem Wahren Norden ausgelost. Die OSPAs kannten wir bereits vom letzten Jahr, den Wahren Norden konnten wir nicht einschätzen. Ich durfte zwar bereits einen Marathon mit diesem Team fahren, aber da es sich hierbei um eine Renngemeinschaft handelt, die sich bei jedem Rennen anders zusammensetzt, war eine Prognose nur schwer möglich.

Kurz nach dem Start

Die OSPA Dragons konnten sich bereits nach kurzes Zeit an die Spitze des Feldes setzten, dicht gefolgt von den RGapBP. Wir hatten, wie bereits im letzten Jahr, das Vergnügen, die Hamburg Allstars direkt neben uns zu haben. Beide fuhren wir diverse Zwischenspurte um an der ersten Wende die Nase vorn zu haben. Mal waren die Allstars einen Kopf breit vorn, mal waren wir es. So ging es bis kurz vor der ersten Wende, dann wurden wir leider nach recht abgedrängt und mussten die Wende auf der ungeliebten Außenposition durchfahren. Dabei konnten sich die Allstars leicht absetzen und wir gingen auf Position 4 liegend auf die lange Gerade.

Wie an der Perlenschnur aufgereiht fuhren wir 4 Teams durch die kleine Holzbrücke in den ruhigeren und weniger windanfälligen Teil der Dove-Elbe bis zur Wende. Auch diese Wende trafen wir nicht optimal und wurden in den flachen Uferbereich gedrückt. Mit 20 kräftigen Schlägen brachten wir das Boot zurück auf die Strecke. Dabei kamen uns die restlichen 8 Teams entgegen und wir konnten sehen, dass wir uns leicht abgesetzt hatten und wir uns voll und ganz auf die 3 vor uns liegenden Teams konzentrieren konnten. Wenn wir diese einholen wollten, dann ging es nur auf dem schmalen ruhigeren Teil der Dove-Elbe. Auf der breiten Regattastrecke war es aufgrund von Welle und Wind kaum möglich, zumal unser Mittelschiff des Öfteren schöpfen musste um die Wellen, die von vorne übers Boot schwappten, wieder aus dem Boot herauszuschöpfen. So fuhren wir erneut einige Zwischensprints, aber so richtig kamen wir nicht heran.

Dann endlich…die letzte Wende. Warum fahren wir diese Wende im Uhrzeigersinn und nicht entgegengesetzt, so wie die anderen Wenden vorher auch? Die Antwort des Veranstalters: Weil wir es können! So fühlte es sich leider nicht an. Aufgrund des Windes hatten wir das Gefühl, als würde unser Boot stehen bleiben. Das tat es natürlich nicht. So fuhren wir auf die letzte Gerade und waren nach 1 Stunde 2 Minuten 24 Sekunden im Ziel. Am Ende waren die Vorjahressieger, die OSPA Dragons, nicht zu schlagen. Den Hamburg Allstars war die Revanche zum letzten Jahr geglückt und RGapGP hat uns überrascht. Herzlichen Glückwunsch an alle Teams.

Fazit des Wettkampfes: Long Distance Race auf der Dove-Elbe ist eine tolle Regatta, egal ob es nun 12 oder 13 km sind und trotz oder gerade wegen der neuen Streckenführung auch bei extremem Wind und Welle.

Wakenitz Drachen…vielen Dank. Ihr habt mich heute sehr stolz gemacht!

Manja mit Urkunde und Medaille 🙂

Text Manja, Fotos Paula.

Weitere Fotos gibt es hier

 

 

1 Kommentar

  1. Hi,
    der Bericht klärt sehr gut auf und ist spitze.

    Was ich noch hätte ist, dass wir immer auf der Suche nach neuem Personal sind. Wie auch zu lesen ist, haben wir es manchmal nicht einfach, das Boot richtig zu besetzen. Du kannst aber dazu beitragen, dass sich dieses Problem bei uns verabschiedet. Komm einfach beim Training vorbei, egal wie alt, und werde nach ausgiebigen Probetrainings dann ein Drache. Wir freuen uns auf Dich.

    Sei dabei, wenn es wieder heißt:
    Are you ready
    Attention
    Go

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