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Über Frauenpower, die Rückkehr „alter Zeiten“ und den möglichen Beginn von etwas Neuem

Drachenboot-Festival in Lübeck – endlich wieder! Nach zwei Jahren Pause, wie bei so vielen Events, waren alle Teilnehmer:innen froh, dass erstmals seit 2019 am Klughafen Lübecks einst „Größter Betriebsausflug“ wieder stattfinden konnte. Ja, das war das Festival vor vielen Jahren. In der Spitze rund 130 Teams, bunte Kostüme standen mindestens ebenso im Mittelpunkt wie die sportlichen Erfolge. Dieses Festival war im Jahre 2006 der „Geburtsort“ der Presse-Turbo-Enten, dem zweiten Drachenboot-Team neben uns Wakenitz Drachen in der Lübecker Ruder-Gesellschaft (LRG).

Natürlich war in diesem Jahr alles etwas anders: Für das Festival waren gerade mal 17 Teams gemeldet (was angesichts des insgesamt zähen Starts in unserem Sport nach der Pandemie-Pause schon beachtlich ist). Die Presse-Turbo-Enten durften natürlich nicht fehlen. Und noch ein zweites Team der LRG ging in diesem Jahr an den Start: Ein Frauenboot aus Wakenitz Drachen und Presse-Turbo-Enten unter dem gemeinsamen Namen „Lübecker Racing Girls“. (Anmerkung der Redaktion: Es gab übrigens keine eigene Damenwertung, die LRG war das einzige Frauenboot im Feld. Dadurch war es uns auch möglich, ein kleines bisschen Verstärkung ins Boot zu holen, als dieses erforderlich war – mehr dazu im weiteren Textverlauf.)

Das Mädelsteam
Die gemischten Presse-Turbo-Enten

Nicht nur das Startfeld beim diesjährigen Lübecker Drachenboot-Festival war kleiner, auch das Drumherum (aber nicht unser Team-Büffet, das war üppig wie in alten Zeiten ;-)): Teamzelte dicht an dicht, keine Promotion-Aktionen auf der einst langen Meile, die es in diesem Jahr gar nicht gab. Für uns Sportler:innen war es so genau richtig! Und der Fokus der Zuschauer:innen wurde mehr auf das Geschehen auf dem Wasser gelenkt – spannende Rennen, oftmals Kopf an Kopf – und darum geht es letztendlich doch!

Und noch etwas war in diesem Jahr anders, als sonst: Der Rennmodus! Waren in der Vergangenheit maximal drei Rennen je Team möglich, gab es nun einen Modus mit Trost- und Hauptrunde. Drei Rennen waren es mindestens für jedes Team, wer sein K.O.-Rennen im Viertelfinale gewonnen hat, kam dann über Halbfinal- und Finallauf sogar auf fünf Rennen. Und wer in zwei Mannschaften fährt, nämlich bei den Presse-Turbo-Enten und den Lübecker Racing Girls, und mit beiden Teams das Viertelfinale gewinnt, absolviert dann auch die doppelte Anzahl. Ja, genau das haben wir Mädels getan: Zum einen durch den Rennmodus überrascht, zum anderen durch krankheitsbedingte Ausfälle in gerade so ausreichender Mannschaftsstärke vor Ort (danke, „Nilsine“, dass du spontan in unser Kostüm geschlüpft bist und an Armin, dass du nach einem weiteren Ausfall in den Reihen der Mädels ebenfalls an Bord gekommen bist).

Auf dem Weg zum Start unseres 1. Vorlaufes

Nach ca. 180m im 1. Rennen

10 Rennen über 230 Meter mit den schweren Fun-Paddeln – das war Frauenpower. Aber nicht nur wegen der Anzahl der Rennen, die wir bestritten haben, sondern auch das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Platz vier in der Trostrunde für die Lübecker Racing Girls – mit bis zum Schluss hervorragenden Zeiten! Am Ende fehlte dann einfach die Luft, ebenso wie bei den Presse-Turbo-Enten, die in der Hauptrunde ebenfalls einen hervorragenden vierten Platz belegten (in Anbetracht der Tatsache, dass sie wie in alten Zeiten mit einer 50%-Frauenquote gegen reine Männerteams an den Start gingen, ist das Ergebnis nochmal besonders zu betonen! ). Denn nicht nur die Anzahl der Rennen, sondern auch deren Taktung hat uns alles abverlangt: In den beiden Vorläufen sind wir mit beiden Teams abwechselnd im Halbstundentakt in die Boote gestiegen (es lag jeweils ein Rennen dazwischen), gleiches im Viertelfinale, um dann jeweils die Halbfinal- und Finalläufe direkt nacheinander zu bestreiten. T-Shirt-Wechsel im Boot und zurück auf die Rennstrecke. Immerhin: Wir mussten nie direkt gegeneinander fahren – dafür hätten wir uns Klonen müssen. 😉

Presse-Turbo-Enten im Viertelfinale. Das Ergebnis hätte knapper nicht ausfallen können – mit zwei Zehntel Vorsprung das Halbfinale erreicht!

Knapp an einer Plazierung vorbei in ihrem letzten Lauf. Paddeln im Akkord.

Am Ende waren wir uns alle einig: Es war ein großartiger Tag! Eine Fortführung des Lübecker Drachenboot-Festivals in diesem kleinen, aber feinen Rahmen mit dem Drachenbootsport im Vordergrund, würden wir sehr begrüßen! Und auch die Gemeinschaft der LRG-Mädels aus Wakenitz Drachen und Presse-Turbo-Enten macht Lust auf mehr davon! Dafür wäre allerdings weitere Frauen-Power (egal, in welchem Team) wünschenswert: Wenn auch du Lust hast, mit uns zu paddeln, dann komm doch einfach mal beim Training vorbei! (Die Einladung gilt natürlich auch für alle paddelinteressierten Männer! ;-)). Infos zum Training findest du unter den folgenden Links:

Wakenitz Drachen
Presse-Turbo-Enten

PS: Wie in alten Zeiten hatten wir auch endlich wieder unseren Fotografen vor Ort – danke, André, dass du dabei warst und danke für die tollen Bilder!

Text: Maren
Fotos: André

Ergebnisliste

André: Ich habe Marens Beitrag gerade gelesen, bevor auch nur eines meiner „tollen“ Bilder online – also für Maren und jeden anderen sichtbar – ist.

Wäre ich vor Maren fertig gewesen, hätte ich den Beitrag „Hal·tungs·no·te“ genannt. Der Kontrast unserer beider Manschaften zum Rest des Feldes war deutlich. Es gab trotz der Vielzahl der Rennen keinen erkennbaren Einbruch. Gewonnen haben wir dadurch nicht. Wären wir mit nur einem Boot angetreten und damit mit ausgeruhten Leuten, wäre die Sache anders ausgegangen. Aber ist das wichtig? Langweilig war es jedenfalls nicht. Ich fand außerdem die Größe der Veranstaltung gemütlich und familiär. War toll. Freue mich auf 2023.

Die Galerie beginnt von hinten. Könnte ich ändern, ist aber schon spät 🙂

2 Kommentare Neues Kommentar hinzufügen

  1. Es war ein toller Tag. Endlich mal wieder ein Rennen. Adrenalin ist ein geiles Zeug. Allen ist klar, es war Kreisklasse C aber in deinem Bericht liest es sich wie Champions League. Danke an Maren. Und an André für die tollen Fotos.

  2. @ Torsten, war doch Champions League, Ronaldo vorermüdet quasi. Davon mal ab, so eine Website ist auch ein bisschen Marketing in eigener Sache.

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