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Rudern für Paddler, die dritte

Wie die Überschrift vermuten lässt, sind wir auch in diesem Jahr gezwungen worden in kipplige, schwer zu bewegende und rückwärts fahrende Boote zu steigen.

Die LRG ist ein Ruderverein.

Es gibt Ruderer, die entweder sporadisch oder ständig bei uns mitfahren und es als ihre Aufgabe betrachten, uns endlich zu richtigem Sport zu bewegen.

Pro Drachenboot: In ein Drachenboot steigt man ein, setzt sich hin und paddelt los. Das kann jeder. Später erfährt man, dass man alles falsch macht. Später. Erstmal kann es jeder. Wie man auch an den vielen Spaß-Veranstaltungen sehen kann, bei denen Menschen, die keine zwei Liegestütze schaffen und einen BMI von 50 haben, für ein paar Stunden zu Wettkampfsportlern werden.

Bei einem Ruderboot ist schon das Einsteigen schwierig.  Die Unterweisung, die stattfindet bevor man ein Ruderboot auch nur ansehen darf, ist umfangreicher als die vor einem Fallschirmsprung. Alles hat merkwürdige Namen (wehe man sagt Ruder, weil es ja Rudern heißt), jeder Handgriff ist vorgeschrieben, die Abläufe sind kleinschrittig genormt.  Das fängt beim Ins-Wasser-tragen des Bootes an und hört bei der Reinigung auf. Während der Einweisung, die deutlich lauter ist , als die zur Vermeidung von Hörschäden erlaubten 80 db -also eigentlich Gehörschutz erfordern würde- darf niemand reden und alle müssen zuhörend auf den Boden sehen.

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Die besagte Einweisung

Da ich natürlich immer noch unter dem Einfluss des guten Abschneidens des Deutschlandachters in Rio stand und eine einmalige Chance witterte, meldete ich mich mit der Bitte zu Wort, Achter fahren zu dürfen. Vielleicht habe ich auch Olympia-Achter gesagt. Das wurde natürlich aufgrund völliger Nichteignung mitleidig lächelnd abgelehnt.

Ich durfte dann in einem Holzeiner ein wenig durch die Gegend fahren. Mehr schlecht als recht. Andere in noch wackligeren Skiffs. Es gab natürlich auch  Paddler, die ins Wasser gefallen sind. Das ist ziemlich wahrscheinlich, wenn man zum ersten Mal mit einem Einer, der als Sportboot konzipiert ist, fährt. Immerhin hat niemand gelacht. Komisch ist auch eine merkwürdig irrationale Angst, die einen beschleicht, wenn man in einem Einer so vor sich hin kippelt. Das schlimmste, was passieren kann, ist, dass man in recht warmes Wasser fällt, dazu noch aus geringer Höhe.

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Ich in sicherer Nähe zum Steg
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So Sachen passieren. Auch wenn man zugehört hat.

Am Ende sind wir dann doch Achter gefahren. Anstrengend war es nicht sonderlich. Spaß hat es auch gemacht. Es ist halt ein anderer Sport. Wenn man mal das ganze Brimborium, das nicht unmittelbar mit der Bewegung auf dem Wasser zu tun hat, ausblendet, ist es vielleicht auch eine ganz lohnende Angelegenheit. Rudern erfordert wie Paddeln auch regelmäßiges Training. Beides geht eher nicht, es sei denn man hat nur Freizeit.

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Im Achter

Natürlich wurden wir nicht gezwungen (Es gab so viele Anfragen, dass ich Glück hatte, den letzten Platz zu ergattern).  Auch mussten wir bei der Einweisung nicht nach unten sehen (das mit den 80db stimmt aber) , und wir sind – ich mag mich da irren- auch recht beliebt und wohl auch akzeptiert in der LRG.

Mehr Fotos gibt es hier

 

2 Kommentare Neues Kommentar hinzufügen

  1. Es hat wieder richtig viel Spaß gemacht. Rudern ist toll! Man müsste mehr Freizeit haben….wie wahr!! Ich freue mich schon auf nächstes Jahr 🙂 Danke an Ansche und Kay für den schönen Nachmittag/Abend 🙂

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